Inseltagebuch
Sonntag, 28.04.2002
Das Wetter sah gut aus. Ich würde es tatsächlich schaffe alle 7 Inseln zu besuchen. Heute gab es keine frischen Brötchen, denn es ist Sonntag. Aus diesem Grunde hatte ich mir schon gestern zwei große Brötchen zusätzlich gekauft. Eines gab es zum Frühstück und das andere wanderte mit mir auf die Insel Panarea. Um 8.10 ging es mit dem Aliscafo in Richtung Stromboli. Doch diesmal stieg ich eine Insel vorher aus. Und ich war nicht alleine. Im Allgemeinen konnte man in dieser zweiten Woche erkennen, dass wesentlich mehr Menschen auf den Inseln waren als in der ersten Woche. Das lag wahrscheinlich allgemein daran, dass je näher man dem Sommer kommt mehr Menschen die Inseln besuchen. Es konnte aber auch daran liegen, dass am letzten Donnerstag in Italien ein Feiertag war und viele dies dafür nutzten zusammen mit dem 01. Mai am nächsten Mittwoch ein paar Tage Urlaub zu nehmen. So war also das Schiff heute morgen schon zum Bersten gefüllt. Und nicht alle wollten nach Stromboli, einige stiegen wie ich in Panarea aus. Doch zum Glück versuchte keiner den höchsten Inselgipfel mit seinen 421 Metern zu besteigen. So war ich also nach wenigen Metern in Panarea wieder für mich allein.
Panarea ist die kleinste der Inseln, aber gilt als die schickste. Hier trifft sich im Sommer alles was Rang und Namen hat, vor allem Wirtschafts- und Filmgrößen aus Norditalien. Das führt dazu, dass es im Sommer sehr eng wird, hat aber auch seine positiven Seiten. Denn die meisten dieser Leute haben ihre eigenen Häuser hier auf Panarea und diese lassen sie nach allen Regeln der Kunst renovieren. Das zeigt sich in den vielen sehr schönen Häusern auf der Insel. Auch deshalb gilt Panarea als die schönste Insel.
Mein Weg führte mich erst sehr langsam bergauf in den Nordteil der Insel. Dort ging es dann die gewohnten engen und schwierigen Wanderwege in Serpentinen bergauf. Doch ich konnte es kaum glauben, dass ich schon nach 1 ½ Stunden auf dem Gipfel angelangt war. Ich hatte nämlich 6 Stunden Zeit hier, da außer im Sommer die Insel nur dreimal am Tag von den Aliscafis angelaufen wird. Also machte ich eine lange Pause und ging dann erst den Weg bergab. Dieser führte mich über den gesamten Höhenrücken der Insel bis in die äußerste Südspitze. Hier stieg ich ab und stand dann vor der Punta Millazese. Hier wurde ähnlich wie in Filicudi ein prähistorisches Dorf freigelegt. Etwas später als auf Filicudi, nämlich ca. 1.400 v. Chr. lebten hier die Leute in Rundhütten. Diese Fundamente kann man jetzt bewundern. Außerdem befinden sich ganz in der Nähe des ehemaligen Ortes zwei der schönsten Strände der Äolen. Auf der einen Seite der kleinen Halbinsel auf der die Siedlung liegt, liegt die Cala Junto, eine schmale Bucht mit einen Stein- und Kieselstrand. Dies ist der bevorzugte Badeplatz für alle die mit dem eigenen Schiff kommen. So lagen also auch heute mehr oder weniger große Boote in der Bucht und einige wenige Personen lagen auf den Steinen. Sogar ins Wasser trauten sich einige. Und auf der anderen Seite der Halbinsel liegt einer der weinigen Sandstrände der Inseln. Auch hier tummelten sich schon sehr viele Besucher und ich möchte mir gar nicht ausmalen, wie es hier im Hochsommer zugehen muss. An beiden Stränden hielt ich mich eine Weile auf, bevor ich dann wieder zurück zum Hafen ging. Dort fuhr ich dann das letzte Mal mit einem Aliscafo zurück nach Lipari.
Das Wetter war heute einfach traumhaft. In der Mittagszeit hatten sich einige wenige Wolken vor die Sonne geschoben, doch jetzt strahlte die Sonne vom Himmel. Ich konnte noch bis nach 19.00 mit der Badehose auf meiner Dachterrasse sitzen. Dann ging auch dieser letzte echte Inseltag zur Neige.