Abu Dhabi - Tagebuch

Regen in der Wüste!!!!

Man soll es nicht glauben, aber es ist wirklich wahr, hier in Abu Dhabi hat es diese Woche GEREGNET! Ehrlich gesagt, wussten wir gar nicht mehr, wie man Regen schreibt oder wie er sich anfühlt.
Man schaut hier auch eigentlich gar nicht mehr in die Zeitung oder hört sich den Wetterbericht an, weil man ja eh weiß, beim Aufstehen scheint die Sonne, also Sonnencreme rausholen und an den Strand!
Da macht man sich höchstens im Sommer Gedanken, wenn es zu warm wird, die Temperaturen dann 45 Grad erreichen und die Luft total feucht ist.

Aber im Winter fängt wieder das „Rausgehwetter“ an, man hat angenehme Temperaturen von 25-30 Grad tagsüber und nachts kühlt es schon mal bis auf 15 Grad ab. Aber für uns ist es wirklich herrlich, wenngleich es doch manchmal bei Temperaturen unter 25 Grad recht frisch für uns wird und zumindest ich, wenn ich draußen unterwegs bin, mir einen Pulli anziehen muss.

Man akklimatisiert sich hier ganz schön schnell zwar nicht so wie viele andere z.B. indische Gastarbeiter, die hier leben und sich jetzt schon dicke Wintermäntel, Mützen und Schals anziehen. Sieht immer sehr lustig aus, wenn man selber im T-Shirt rumläuft und die in dicken Stiefeln und Jacken J. So unterschiedlich ist das Temperaturempfinden der Menschen!

Aber zurück zum Thema. Regnen tut es hier normalerweise mal kurz im Januar und Februar (hatten wir ja auch besonders in Dubai schon in diesem Jahr, Andreas H. aus E. erinnert sich sicher), insgesamt nicht mehr als 100 mm im Durchschnitt in den Emiraten, wobei fast kaum Regen in Abu Dhabi fällt, da wir ja wirklich nur von Wüste umgeben sind und die Berge weit weg sind.
Auf jeden Fall sind wir am letzten Samstag nach einer Woche Oman von Al Ain zurück nach Abu Dhabi gefahren und es fing an zu schütten! Und zwar richtig! Und wir hatten zeitweise 15 Grad tagsüber!!!
Die ganze Autobahn war überflutet, das Wasser fließt ja nicht ab, da es kein Kanalsystem gibt und es kann auch keiner auf regennasser Straße Autofahren kann. (ist sowie Schnee im Ruhrgebiet, da kann auch keiner mit umgehenJ)
Zumindest sind alle einigermaßen vernünftig gefahren, aber wir haben viele Unfälle gesehen, denn es weiß hier natürlich keiner, dass sich auf regennasser Strasse der Bremsweg drastisch verlängert, vor allem, wenn der ganze Dreck auf der Strasse einen rutschigen Schmutzfilm bildet….

 Alles in Abu Dhabi war überflutet, auf den Straße haben sich riesige Seen gebildet, Kinder planschten vergnügt im Regen und endlich werden auch mal die Gebäude und Baume wieder sauber. Wir konnten uns nach einer Woche offroad fahren im Oman dann glatt die Autowäsche sparen! Der Regen hat den Dreck einfach runtergespült. Ist ja auch mal praktisch!
Reingeregnet hat es auch in viele Häuser, bei uns auch ein bisschen ins Wohnzimmer durch die undichten Scheiben (ist ja auch nichts für Regen gebaut hier).
Aber ein Glück ist unsere Dachterrasse doch etwas logisch gebaut (Zumindest ein Teil in diesem Haus was mit Verstand gebaut wurde, oder zumindest mit etwas…) und hat eine Schräge vom Haus weg mit Abfluss, so dass das Wasser abfließen konnte und nicht ins Haus reingeflossen, wie es einigen hier passiert ist…

Samstag hat es sich richtig eingeregnet und auch am Sonntag ging es so weiter. Kollegen sagten, es hätte schon einige Tage in der Woche davor geregnet. Unglaublich! Regen im November/Dezember gab es hier fast noch nie!!!
Aber nun ist der Himmel besonders klar, strahlend blau, nicht mehr diesig die Temperaturen liegen tagsüber bei 25 Grad nachts bei 16 Grad und man kann das Fenster aufmachen und es kommt frische Luft rein!!! HERRLICH

Abgetrocknet ist auch so gut wie alles, es gibt kaum noch Seen, in denen die Kinder spielen können und leider fahren auch alle wieder ganz normal Auto (also ziemlich verrückt!).

(ch, 25.12.2006)

 

Unsere ersten Gäste oder: die wichtigsten Gäste-Regeln in der Villa H.

Jetzt sind wir schon über ein halbes Jahr in Abu Dhabi und wir haben uns langsam aber sicher eingelebt.

Das Haus ist soweit eingerichtet, die gröbsten Arbeiten im und ums Haus herum sind getan (na ja wenn man mal von der Spülmaschinenkonstruktion ohne Abwasserausgang, dem nicht dichten Abwasserrohr der Waschmaschine und teilweise nicht gerade angebrachten Lampen absieht). Aber nun ja, wie wir nun doch auch schon gemerkt haben, sind wir hier in Arabien, die Uhren ticken anders und man kommt trotzdem irgendwie immer ans Ziel, wenn es aber auch meistens immer etwas länger als in Deutschland dauert.
Zumindest haben wir es uns sehr gemütlich gemacht, haben eine schöne Terrasse mit Zelt, ein Gäste-Majlis und natürlich ein bzw. mehrere Gästezimmer.

Und da kommen wir schon zum Thema - zu unseren lieben Gästen, die sich bisher doch sehr wohl gefühlt haben in der Villa Hartmann und in Abu Dhabi (so hatte es bisher jedenfalls den Anschein und meistens haben wir uns auch mit unseren Gästen wohl gefühlt, wenn man mal die Kopfschmerzen nach zu viel Bier- und Shischagenuss absieht)!
Die meisten mussten bisher feststellen, dass die Klima- und -Luftveränderungen für einen gesegneten Schlaf sorgen, meistens wurde 11 Stunden am Stück in der ersten Nacht durchgeschlafen. Selbst der im Moment gegen 05.20 Uhr schreiende Muezzin konnte sogar „Leicht-Schläfer“ wie Jürgen B. aus E. nicht davon abhalten, die Wände der Villa Hartmann durch laute Schnarchgeräusche wackeln zu lassen.

 Die Dachterrasse wurde aufgrund der hier herrschenden Schönwetterlage (außer wenn Andreas H. aus E. hier ist; dann regnet es immer 3 Tage am Stück) schon sehr oft von weißbäuchigen (Groß-) Stadtindianern (ich erkenne Forchheim ausnahmsweise als „Stadt“ an) dazu genutzt sich für ein paar Stunden in die Sonne zu legen, wobei doch fast alle den Engländern am Strand  bei ihrem Wettbewerb „wer wird am rötesten!?!“ Konkurrenz machen wollten (ich erinnere nur an rote Handballer-Bäuche, Fußballer-Nasen oder Handballerinnen-Füße!!). Die Sonne ist hier weitaus stärker als in good old Germany (gibt es da eigentlich schon wieder Sonne?)

Um weitere Schäden bei zukünftigen Gästen zu vermeiden, haben wir ein paar Regeln aufgestellt:

 1. Gäste-Regel: Genug Sonnencreme mit hohem Faktor mitnehmen (mit hoch meine ich 20+!)

2. Gäste-Regel: Die Zielkoordinaten der Villa Hartmann auswendig lernen, so dass man die Taxifahrer lotsen kann! Den Test haben bisher alle Gäste geschafft.
Folgende Lagekoordinaten bitte niemals mehr vergessen. Sie werden spätestens bei der ersten Taxifahrt ohne die Gastgeber abgefragt.

  • Wir befinden uns auf der Insel Abu Dhabi

  • Die Entfernung von der Corniche zu Fuß beträgt 30 min, im schnellen Joggingtempo 15 min (Rekord bei Christoph B.), vom Intercontinental Strand 45 min im langsamen Senioren Tempo (Rekord bei J.+H.B.), vom öffentlichen Strand ca. 60 min (Andreas H.)= aber es gibt auch Taxis, die sind schneller und kosten nicht viel!

  • Wir wohnen in der 9. Straße zwischen 28.und 30. Straße in der Nähe der Al Bateen Mall (Die Al Bateen Mall befindet sich 5 (!) Fußminuten von unserem Haus entfernt. Wenn ihr länger als 10 Minuten mit Einkaufstüten braucht, habt ihr euch verlaufen! Einheimische haben sich schon ab und zu wurden hier in der Nähe komische Europäer mit Einkaufstüten gesehen, die ziellos durch die Straßen liefen…

  • Neben unserem Haus befindet sich die Majestic Dental Clinic (ich musste leider die Zahnärzte dort schon ausprobieren, aber die sind o.k., wenn sie auch öfters bei uns in die Fenster spannen und sich an netten Mädels erfreuen!)
     

3. Gäste-Regel: Schlafplätze sind genug vorhanden
Luftmatrazen- und zelterprobte Doktoranten haben dafür gesorgt, dass den Gästen in der Villa H. jetzt ein schönes Gästebett zur Verfügung steht. Abenteuerlustige können aber weiterhin gerne am Strand schlafen!
Da die Gastgeber ja zum Geldverdienen hier sind und NICHT nur am Strand liegen, müssen sich auch die Gäste aktiv am Leben in der Villa H. beteiligen. Das geht vom Biermitbringen aus dem Duty Free, Einschmuggeln von Osterhasen bis hin zum Frühstückmachen, kochen, Getränke auf die Terrasse bringen für faule Männer und zur entspannenden Massage der arbeitenden Gastgeber!

4. Gäste-Regel: Der Übernachtungspreispreis richtet sich nach der Leistung der Gäste!!
Die Villa Hartmann ist ein arabisches Gästehaus. Aus diesem Grund befinden sich in ihr viele arabische Wohnassecoires, die auch in Abu Dhabi erworben werden können!
Als die wichtigsten Mitbringsel haben sich die wundervollen Wasserpfeifen (Shischas) herausgestellt (wenn sie denn dann im Beautycase nach D. eingeführt werden konnten und der Zoll sie nicht weggenommen hat!), aber schon danach gibt es ein ganz wichtiges Souvenir, ein KAMEL! Kamele gibt es in allen erdenklichen Farben und Formen, als besonders beliebt  bei Klein und Groß (jüngster Fan 4 (Jonas S. aus M.) und ältester Fan 85 (Oma M. aus E.) hat sich das so genannte „Singende Kamel“ herausgestellt. Es sorgt für Stimmung im Kindergarten oder auch im Altenheim und ist sogar der spielentscheidene Faktor für einen Sieg in wichtigen Handballspielen!! Unglaublich was unsere Kamele alles können!

5. Gäste-Regel: Niemals ohne Kamel ausreisen und niemals ohne Besuch bei Kamel Schorsch und Freundin Olga!!!

 

Das war es mal wieder aus Abu Dhabi, haltet wenn ihr uns besuchen kommen wollt an die Gäste-Regeln, dann kann nichts schief gehen.

(ch, 07.04.2006)

 

Die 10 wichtigsten Regeln fürs Autofahren in den Emiraten

1. Regel: Ohne Auto geht gar nichts!
Öffentlicher Nahverkehr existiert kaum, es gibt in der Stadt zwar sehr viele Taxen, aber kaum Busse oder andere Verkehrsmittel! Taxen sind ein Glück noch relativ günstig, einmal quer durch die Stadt für 6 Dirham (ca. 1, 25 Euro)

2. Regel: Man bracht mindestens 1 Auto
Jeder „normal-reiche“ Einwohner hat mindestens 1 Auto (nehmen wir mal die Inder, Pakistanis und Phillipiner aus, den die verdienen hier in unserem Sinne so gut wie nix (~Euro 250/Monat)). Die Mitglieder der Herrscherfamilien oder der reichen Familien (Herrscher sind hier die Scheichs) haben natürlich noch viel mehr Autos! Es gibt hier sogar den so genannten „Regenbogenscheich“, der sammelt von jedem Typ von Mercedes jede Farbe! (es gibt so ca. 6 Typen und 7 Farben!!) und natürlich dann jedes Jahr die neuen Modelle!! Für jeden Tag des Jahres also ein anderes Auto! Aber die meisten werden nicht gefahren, sondern ausgestellt.

3. Regel: Das Recht des Stärkeren!
Fußgängerüberwege? Existieren, werden aber nicht wirklich wahrgenommen, hier bremst keiner für einen Fußgänger!! Autos sind stärker, haben also Vorfahrt! Spurwechsel werden auch nicht durch blinken angezeigt, man fährt hier einfach wie man will kreuz und quer und überholt auch links und rechts, wie es gerade passt (auch auf der Autobahn)! Kreisverkehre sind auch sehr beliebt und dort fährt man frei nach Schnauze. Da die meisten hier etwas größere Autos fahren, meistens 4x4-Jeeps, nehmen sie sich immer das Recht raus, das zu machen, was ihnen passt, der Stärkere hat hier wirklich Recht! Als „Normalwagenfahrer“, des Formats Toyota Camry (ist ja auch schon ne Spur größer als mein Corsa, oder unser Golf) „kutscht“ man dann besser!! Erinnert ein bisschen an Autofahren in Neapel oder Paris, Arc de Triumph!

4. Regel: Orientieren Sie sich an den Straßennummern!
Wir haben hier ein auf dem Reißbrett nach 1960 (nach der Ölentdeckung) entstandenes Straßensystem, das ein wenig an Manhattan erinnert. Die Parallelstraßen zur Corniche, der Küstenstraße am Meer, durchziehen die Insel im Querschnitt und haben ungerade Nummern, angefangen mit der Corniche als Nr. 1; die Längsstraßen kreuzen diese in der gesamten Länge der Insel (und haben gerade Straßennummern) und so entstehen zahlreiche „Blöcke“, an denen man sich nach einiger Zeit doch gut orientieren kann!

5. Regel: Speedlimit?!? What’s that?
Zwar sind in der Stadt höchstens 60 km/h erlaubt, interessieren tut das niemanden, gerade auf der linken Spur überholt dann schon mal ein Mercedes oder Ferrari mit mindestens 100 km/h. Und in der mittleren Spur wird man angehupt, wenn man nicht mindestens 80 km/h fährt. Es gibt zwar Blitzer, aber die sind fest installiert und irgendwann kennt die jeder. Hupen ist natürlich auch beliebt; die meisten Taxen hupen ständig, ich glaube sie haben eine eingebaute Akkordhupe.

6. Regel: Auf entgegenkommende Fahrradfahrer ist besonders zu achten!
In Indien und Pakistan gibt es bekanntlich Linksverkehr, alle hier anwesenden Inder fahren demnach auf ihrem Fahrrad auf der falschen Seite!! Besonders nachts ist es besonders gefährlich, denn die „Fahrräder“ sind natürlich unbeleuchtet und besonders gut können die Inder und Pakistanis auch nicht Fahrrad fahren!

7. Regel: Gewöhnen Sie sich schnellstmöglich an das multi-kulti Chaos auf den Straßen
Durch die vielen Nationalitäten die hier rumfahren gibt es ein ziemliches Touhowabohou auf den Straßen. Das Beste ist, einfach mitfahren und frühzeitig schauen wo man hin will. Nie auf sein Recht gemäß Verkehrsregel beharren, sondern immer damit rechnen, dass ein Auto aus einer Nebenstraße rauszieht.

8. Regel: Über Knöllchen kann man verhandeln
Natürlich habe ich schon ein Knöllchen bekommen, allerdings in Dubai und wegen falschen Parkens, obwohl ich in einer markieren Parkbucht gestanden habe. Jeder Widerspruch zwei Tage später half nichts mehr, obwohl wir zu dritt mit einem Araber auf den insgesamt 4 verschiedenen zuständigen Stellen waren! Wäre ich 24 Stunden nach dem Knöllchen aber zur Polizei gegangen, hätten sie mit einem nettem Lächeln und unter Herausgabe meiner Handynummer das Knöllchen fallengelassen! So muss ich jetzt das ungerechtfertigte Knöllchen zahlen. Widerspruchsrecht gibt es nicht!

9. Regel: Abu Dhabi ist harmlos, Dubai ist 10x schlimmer!
Autofahren in Abu Dhabi ist echt „Kindergarten“, wenn man den Verkehr und die Fahrweise in Dubai sieht! Ich war jetzt gerade für 2 Wochen in Dubai und bin dort fast wahnsinnig geworden! Nur Staus und nur verrückte Autofahrer! Man braucht teilweise für 15 km 2 Stunden, weil so viel Stau ist! Ach was ist es schön auf Abu Dhabis Straßen!!!

10. Regel: Back in Germany werden wir wahrscheinlich sofort unseren Führerschein los!
Ich denke, dass wir uns schon gut an die arabische Fahrweise angepasst haben und selber auch schon wie die Henker fahren. Und back in Germany bekommen wir dann beide sofort den Führerschein abgenommen, wenn wir nicht aufpassen!

(ch, 02.02.2006)

 

Essener Beziehungen zu Griechenland

Otto Rehhagel als alter Essener Jung, hat die griechische Fußballnationalmannschaft zum Europameister gemacht;
Wir machen die ehemalige griechische Botschaft zu einer Essener Hochburg! Und das in mitten von Abu Dhabi!

Wir haben sie nach langem Suchen nun doch noch gefunden, unsere Traumvilla, riesengroß und halbwegs ruhig gelegen (wenn man mal die entfernten Schreie des Imans von der Moschee einmal unberücksichtigt lässt, denen man aber in ganz Abu Dhabi sowieso nicht entkommen kann, da es so viele Moscheen gibt).
Der Riesenvorteil: eine geniale Dachterrasse!
Und insgesamt 5 Schlafzimmer mit Bädern, also genügend Platz für alle! Wobei wir im Moment nur ein Bett für uns gekauft haben und eventuelle Besucher wohl mit einer Luftmatratze vorlieb nehmen müssen! Es sei denn, Ikea hat mal gute Angebote. Die Lage des Hauses ist auch sehr gut, an der 9ten Straße, das ist die 4. Parallelstrasse zur Corniche (der Straße am Meer) und von oben betrachtet auf der linken Seite der Insel. In der Nähe gibt es Supermärkte und Geschäfte und die Marina Mall ist auch nicht weit.

Unsere Vermieter, eine arabische Familie, wohnt direkt nebenan, so dass wir abends öfters Besuch von deren Kindern oder Katzen bekommen. Also keine großen Veränderung zu unserer Wohnung in Neuhaus.
Zu unserem Vermieter kann man folgendes sagen: Ein typischer Araber, der in der traditionellen Tracht (weißer Tuchumhang und weißes oder rot-weißes Kopftuch mit schwarzer Kordel) rumläuft und einen „Schluffi-Gang“ an den Tag legt, da er die hier üblichen Latschen trägt. Auf jeden Fall hat Rasheed, so heißt der gute Mann, uns mit offenen Armen und zahlreichen Versprechungen willkommen geheißen.
Wir standen dann auch am ersten Dezember wie vereinbart mit allen Umzugskisten und den bestellten Möbeln vor der Tür und waren erstaunt, als wir auf einen noch erstaunter dreinblickenden Rasheed trafen. „Oh, you wanna go in today??“ fragte er mit großen Augen. Worauf wir nur antworteten „sicher“; unser Appartement war ja auch schon gekündigt. Da alle Böden im Haus neu gefliest worden sind und sie mit diesen Arbeiten noch nicht ganz fertig waren, war im ganzen Haus eine zentimeterdicke Staubschicht!
Wir konnten unsere Kisten und Möbel nirgendwo hinstellen! 4-5 Wutausbrüche und zahlreiche Kaffees später war das Haus zumindest soweit gereinigt, dass wir alles reinstellen konnten. Dafür waren aber noch genügend andere Sachen zu machen, wie Wände streichen, tropfende Wasserhähne ersetzen, Lampen anbringen, usw.
Teilweise sind diese Dinge immer noch nicht gemacht und da heißt es improvisieren. So ist leider der Abwasserschlauch der Waschmaschine zu dünn für das Abwasserrohr, so dass die Hälfte des Abwassers wieder zurück in den Waschraum fließt. Jaja meinte Rasheed nur und teilte uns mit, dass er sich drum kümmert und mal ein Verbindungsstück kauft. Mal sehen wann, so lange muss halt ein großer Eimer das Wasser auffangen!
Oder noch ein schönes Beispiel: Wir haben eine Spülmaschine gekauft, die wir in die Küche stellen wollten. Eigentlich ja auch normal. Das Angebot von Rasheed die Spülmaschine in den hinteren Waschraum zu stellen, lehnten wir dankend ab. In der Küche war aber kein Wasseranschluss für die Spülmaschine, weswegen Michael Rasheed sagte, dass er doch einen Anschluss für die Spülmaschine bauen soll. Hat er auch brav gemacht, nur leider nicht überlegt, was mit dem Abwasser passiert. (hatte Micha ja auch nichts von gesagt) Nun ja, jetzt steht die Spülmaschine halt bei Betrieb mitten im Weg und der Abwasserschlauch wird dann direkt in den Zentralabfluss gehalten. Geht auch!

Solche und andere kleinere Katastrophen passieren dauernd, wir haben noch eine lange „To-Do-Liste“, aber mittlerweile sehen wir das ganze etwas lockerer und improvisieren halt, was will man auch sonst machen?? So ist das halt in Arabien!
Aber als Multikulti-Essener mit bereits großer Auslandserfahrung (mehrere Jahre in Franken) sehen wir das locker und genießen die angenehmen Temperaturen, wobei die 22 Grad am Abend uns doch etwas kühl vorkommen und wir schon einen Pullover anhaben :-)

Wie Ihr auf den Fotos auf der Homepage sehen könnt, haben wir uns schon gut eingelebt und sind für die verschiedensprachigen Besucher bestens gerüstet! Also auf ins Reisebüro und die Flüge buchen.

(ch, 22.12.2005)

 

Wohnungssuche in Abu Dhabi oder wie definiert man Größe?

 

Gerade mal zwei Wochen hier und wir sind schon mitten drin in der Wohnungssuche. Allerdings ist das hier gar nicht so einfach.

 

Zuerst muss man sich erst noch einmal die Aufteilung von Abu Dhabi vor Augen halten. Abu Dhabi ist eine Insel die mit 2 Brücken, bald sind es drei, mit dem Festland, auf dem sich der der Airport befindet, verbunden ist. Die Insel hat die Form einer umgedrehten Birne, der Stil zeigt zum Festland und das breite Ende zum Meer. Die Länge beträgt ca. 25 km und die Breite an der Küstenstraße Corniche ca. 8 km, macht ca. 60 km² und auf dieser Insel leben ca. 750.000 Menschen, manche sprechen auch von einer Million. Das führt natürlich zu einer sehr dichten Bebauung und einer hohen Bevölkerungsdichte.


Gerade im City Center, in den Gebieten an der Corniche und den großen querenden Hauptstraßen stehen hier bis zu vierzigstöckige Wohn- und Bürohäuser, Hotels und Banken und das alles an 8-10 spurigen Hauptverkehrsstraßen, die von wunderschön und riesengroß angelegten Kreisverkehren durchzogen werden! Kreisverkehre lieben sie hier echt, ich komme in einem Bericht über das Autofahren noch mal darauf zurück

Und überall entstehen neue noch schickere Bauten (Christoph, dass musst Du echt mal sehen, überall tolle Baustellen!!),  wenngleich der Platz doch eng wird! Es gleicht ein bisschen Manhattan, nur kleiner.

 

Da wir ja bis jetzt immer im grünen Umkreis einer Stadt gewohnt haben, wollen wir auch hier nicht unbedingt ins direkte Zentrum ziehen und in einem der Hochhäuser wohnen!

Es gibt hier etwas weiter zum Festland hin schöne Stadtteile, die ca. 5-10 Minuten mit dem Auto vom direkten Zentrum weg sind und in ruhigen mit öffentlichen Gärten durchzogenen Gegenden liegen.

Das sind zumindest unsere momentanen Vorstellungen!  

 

Auf eigene Faust kann man hier gar nichts machen, man sollte sich auf jeden Fall eine Immobilienagentur einschalten, die wissen am besten, wo welche Wohnungen frei werden.

 

In unseren Anfragen haben wir dann auch immer mitgeteilt, dass wir eine kleine Wohnung mit 2 Schlafzimmern oder ein kleines Haus suchen! Aber hier wird groß und klein anders definiert, genau genommen, in Abu Dhabi ist alles größer!!

 

Die ersten Besichtungen haben uns dann doch überrascht und wir haben folgende Erkenntnisse erlangt:

  1. Es gibt keine Angabe der Quadratmeter, sondern es wird nur in 1, 2 oder 3 oder mehr Bedrooms unterschieden, so variieren die Wohnungen auch immer in der Größe.

  2. Wohnungen mit Balkon gibt es fast gar nicht, bei Neubauten hat der neue Scheich verboten Balkone zu bauen!

  3. Ich habe mir 2-3 Bedrooms Wohnungen angeschaut und was mich überrascht hat, ist vor allem die Größe der einzelnen Räume, die Wohnungen sind riesig geschnitten, jedes Schlafzimmer ist fast so groß wie ein deutsches Wohnzimmer und das Wohnzimmer könnte man auch als Tennisplatz benutzen.

  4. Die Erklärung hierzu ist einfach, es ist einfach der arabische Geschmack und da die meisten oder eigentlich fast alle Araber riesige Familien mit mindesten 2-5 Kindern (und manchmal auch so viele Frauen) haben, brauchen die den Platz auch.

 

Aber für uns eigentlich viel zu groß, es sei den die gesamten Mädels des VfB kommen auch für 2 Jahre hier rüber!

 

Alternativ zu den Wohnungen gibt es dann so genannte Villas, also Häuser, die aber in meinen Augen eigentlich wirkliche Villas sind.

Die meisten sind ebenso riesengroß geschnitten, und haben mindestens 4 Schlafzimmer!

Es gibt einige nette „Compounds“, mehrere Häuser die einen abgeschlossenen Verbund bilden. Die liegen meist in einer ruhigeren Gegend etwas außerhalb mit Pool und Gym.

Wir haben bis jetzt nur ein Haus gesehen, das uns gefallen hat, die Größe entsprach eher einem europäischen Standard,  es war kleiner und gemütlicher und es gab nur 3 Schlafzimmer und vor allem, was ich unbedingt auch haben möchte, Terrasse (am besten Dach) zum draußen sitzen!

Leider war es dann kurze Zeit später schon vermietet. Man muss hier sehr schnell sein.

 

Über die Mieten müssen wir nicht sprechen, die sind eigentlich viel zu hoch, für ein 3-4 Zimmer Appartement/Haus muss man mit mindestens 100.000 Dhs, sind so ca. 22 TEUR im Jahr rechnen! Und die werden dann sofort bei Einzug für das ganze Jahr im Voraus fällig!

Die  Agenturen bekommen noch  5% für die Vermittlung extra!

Aber auf die ist man angewiesen, da der Markt so schnelllebig ist, dass man alleine fast gar nichts machen kann.

 

So, wir hoffen, dass wir bald was Schönes finden, damit ihr uns mal besuchen kommen könnt!

Drückt uns die Daumen und sobald wir was haben, gibt es Fotos!

(ch, 17.11.2005)

 

Meine erste Woche in den Emiraten

Am Montag den 03.10.2005 geht es für mich los. Etihad Airways EY326 von Frankfurt nach Abu Dhabi. Rückflug für den 21.10. ist direkt mitgebucht, dadurch kostet es in der Economy Class auch nur um die 420 EUR.
Nach einer kurzen Unterredung mit der Dame am Counter bekam ich den Sitz 3A und der ist in der Business Class oder besser Pearl Class, wie Etihad diese Klasse nennt. Allerdings muss man ehrlich sagen, dass diese Klasse nichts mit der Business Class z.B. der Lufthansa zu tun hat. Die Sitze lassen sich nicht wirklich komplett zurück klappen und auch die Länge der Sitze hat mit der durchschnittlichen Größe eines Mitteleuropäers nicht viel zu tun. Trotzdem immer noch angenehmer als in der Economy. Diese entspricht übrigens voll und ganz der Economy Class anderer Airlines, so dass ich die Etihad für mögliche Besuchsflüge von euch empfehlen kann.

Ankunft am 04.10.2005: Morgens um 7.00 Uhr ist die Welt noch in Ordnung. Vor allem wenn man in einem verregneten und kalten Deutschland gestartet ist und in Abu Dhabi landet. Die Ansage der Stewardess hörte sich ungefähr so an: "Herzlich Willkommen in Abu Dhabi International Airport. Es ist 7.00 Uhr morgens und die Außentemperatur beträgt 38 Grad." Muss man sich auch erst dran gewöhnen.
Der Koffer kam verhältnismäßig schnell, die Einreisformalitäten gingen auch reibungslos und zum Glück war das bestellte Abholertaxi auch wirklich am Ausgang, so dass ich um 8.00 Uhr in unserer (oder zunächst mal meiner) Übergangswohnung ankam.
Die Cassels Royal Residence ist ein Appartementhaus, welches sich auf Langzeitmieter eingestellt hat. Unsere Wohnung besteht aus einem großen Wohnzimmer mit Küchenzeile, Sofa, Esstisch und Fernseher. Vor dort geht es in das Schlafzimmer und auch ins Bad. Alles ist halbwegs ordentlich, so dass wir es hier durchaus 2 Monate aushalten werden. Dann möchten wir aber wirklich gerne eine eigene schöne Wohnung haben. Diese Wohnung liegt nämlich an einer der Hauptverkehrsstraßen Abu Dhabis und nach der Ruhe von Neuhaus ist es doch etwas zu laut.

Es ist Ramadan, also wird gefastet. Zumindest die muslimischen Einwohner. Von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang ist es nicht gestattet zu Essen, Trinken oder zu Rauchen. Sogar Kaugummi zu kauen steht unter Strafe. Dies alles gilt übrigens auch im öffentlichen Raum für Nicht-Muslime. Somit darf man z.B. auch am Strand nichts Trinken. Somit werde ich mir diesen Teil Abu Dhabis erst ab November anschauen. Aber im Moment ist sowieso genug im Büro zu tun, so dass mir bestimmt nicht langweilig wird.

Am Freitag ist Wochenende. Zumindest würden wir diesen einen Tag so bezeichnen. In der traditionellen islamischen Welt gibt es den Begriff Wochenende nicht. Der Freitag Vormittag wird hier zum Freitagsgebet genutzt, danach läuft das Alltagsleben eigentlich wie immer. Die meisten Firmen nutzen diesen Tag allerdings als freien Tag. Die Behörden haben Donnerstag und Freitag frei, viele westliche Firmen Freitag und Samstag, damit so zumindest vier Arbeitstage für die Kommunikation mit ihren Stammhäusern in Europa, Asien oder Amerika bleiben.
Unsere Firma macht Donnerstag nachmittags und den ganzen Freitag frei. Wir haben also eine 5 1/2 Tage-Woche, macht also bei 8 Stunden am Tag offiziell 44 Stunden. Ich glaube aber, dass es nur offiziell dabei bleiben wird.

Also ist Freitag mein erster freier Tag. Erst einmal ausschlafen.
Gegen 11.30 Uhr bin ich nun erstmals mit meinem Auto unterwegs (zunächst mal ein Toyota Camry, wenn die Kosten in der Firma es hier zulassen vielleicht auch mal was Anderes). Da hier im Ramadan die Geschäfte und Shopping-Malls über Mittag geschlossen haben, beschließe ich nach Al Ain zu fahren. Nach 90 Minuten bin ich in der Stadt angekommen, aber auch hier liegt das öffentliche Leben brach. Also direkt weitere 20 Minuten weiter zum Jebel Hafeet. Dieser Berg mit seinem 5-Sterne-Hotel am Gipfel bietet einen grandiosen Blick über die Oase und die anschließende Sandwüste (siehe auch mein Bericht auf der Al Ain-Seite).
Danach fahre ich zurück nach Abu Dhabi und dort in die Marina Mall. Auch hier haben die meisten Läden geschlossen, sie öffnen während des Ramadans am Freitag erst um 19.00 Uhr und haben dann bis 22.00 Uhr oder sogar bis zum nächsten Morgen.
Der große Supermarkt Carrefour hat allerdings geöffnet. Ich wollte sowieso etwas einkaufen, aber dass ich mich hier 90 Minuten aufhalten würde, konnte ich nicht ahnen. Hier gibt es wirklich alles was man von zu Hause kennt. Und das gilt für alle Nationalitäten, so dass man hier also vom europäischen Käse über arabische Gemüse und indische Gerichte bis zum japanischen Sushi alles bekommt. Grandios.

(mh, 14.10.2005)