Inseltagebuch

 

Sonntag, 14. April 2002

 

Morgens um 8.00 beginnt die Reise auf die Liparischen Inseln mit der Autofahrt zum Flughafen nach München. Gute 1 ¾ Stunden später stehe ich auf dem Urlauberparkplatz P41, auf dem man relativ günstig parken kann. Von dort gibt es einen kostenlosen Transferbus zum Flughafen. Die Fahrt dauert nur 4 Minuten und der Bus fährt alle 20 Minuten. Das Einchecken für den Lufthansa-Flug nach Catania geht auch ohne Probleme über die Bühne. Nun heißt es warten auf den Abflug. Bei kostenlosem Kaffee und Zeitungen lässt sich die Zeit gut verbringen. Mit einer halben Stunde Verspätung hebt die Maschine um 12.15 ab. Knappe 2 Flugstunden später lande ich in Catania auf Sizilien. Ein kleiner gemütlicher Flughafen ohne viele Extras. Erst mal auf die Koffer warten und dann auf eigene Faust den Bus nach Milazzo suchen. Gelingt mir nicht wirklich. Also erst einmal fragen. Im alten Gebäude des Flughafens, das nur noch zum Abflug dient, bekomme ich die Information mich doch bitte an das Informationsbüro im neuen Ankunftsteil zu begeben. Das tue ich dann auch, allerdings kann ich beim besten Willen keinen Info-Counter finden. Also wieder zurück zur ersten Information. Hier wird mir der Standort der Info etwas genauer erklärt und daraufhin finde ich sie dann auch. Natürlich steht kein Schild darüber und die beiden Damen hinter dem Schalter könnten für alles Informationen abgeben. Aber immerhin können mir die Damen die Info geben, dass es keine Direktverbindung nach Milazzo gibt, sondern ich über Messina fahren muss. Von dort fahren dann die Busse nach Milazzo. Allerdings fährt der Bus erst um 16.45. Aber mir bleibt ja nichts anderes übrig und so füge ich mich in mein Schicksal und suche mir eine Bank vor dem Flughafen. Hier studiere ich die Reiseführer und dort ist eine direkte Verbindung nach Milazzo beschrieben. Außerdem würde es nach meinen Berechnungen ziemlich knapp werden mit der Fähre nach Lipari, denn die letzte Möglichkeit verlässt Milazzo um 19.00.Der Direktbus soll zwischen 15.30 und 16.00 abfahren. Ich denke mir also, dass ich vielleicht noch mal die Damen beim Info-Counter bemühen werde. Diese scheinen auch etwas verblüfft, dass ich den Namen einer Busgesellschaft kenne und drücken mir nach einer kurzen Zeit auch tatsächlich eine kleine Karte in die Hand, auf der beschrieben wird, dass täglich zwischen April und September ein Bus direkt nach Milazzo fährt. Sie wissen nur nicht ob auch am Sonntag. Auch der Anruf bei der Busgesellschaft bleibt erfolglos, so dass ich jetzt vor dem Flughafengebäude darauf warte, ob der Direktbus fährt oder ob ich erst um 16.45 über Messina nach Milazzo komme.

Zum Glück fährt der Bus direkt von Catania nach Milazzo. Die Fahrt kostet 10,33 €. Das sind korrekt umgerechnete 20.000 Lit. Es ist alles so wie in meinen beiden Reiseführern beschrieben. Großes Lob. Die Fahrt geht genau an der Ostküste Siziliens entlang in Richtung Norden. Man fährt an dem bekannten Urlaubsort Taormina vorbei bis Messina und nimmt dann die Autobahn in Richtung Palermo. Die Fahrt dauert ca. 1 ½ Stunden. In Milazzo wird man dann direkt zum Anleger der Schiffe zu den Äolischen Inseln gefahren. Hier darf man nur nicht den Fehler machen direkt zum Anleger zu laufen, sondern man muss erst auf der anderen Straßenseite ein Ticket kaufen. Hier zahlt man 10,07 €, was mich ein wenig überrascht, denn ich hatte auch mit 10,33 € gerechnet. Aber vielleicht ist man sich mit dem Umrechnungskurs der Lit. nicht ganz einig. Man hat verschiedene Möglichkeiten nach Lipari zu kommen. Die Gesellschaften SIREMAR und NGI bieten eine Überfahrt mit Fährschiffen, die ca. 2 Stunden dauern und etwas mehr als 6 € kosten. Die schnelleren Tragflügelboote (Aliscafi) brauchen für die gleiche Strecke nur ca. 1 Stunde, kosten dafür aber auch die oben beschriebenen 10 €. Aliscafi gibt es von der SIREMAR und der SNAV. Beide Transportmöglichkeiten haben ihren Vorteil und ihren Nachteil. Die Fähren sind langsamer, dafür aber auch billiger. Außerdem sollen sie nicht so schaukeln, was Personen mit schwachem Magen entgegenkommt. Die Aliscafi dagegen schaukeln ziemlich hin und her, sind dafür aber schneller, aber wiederum teurer. Außerdem sitzt man dort in einer stark klimatisierten Kabine und kann die Überfahrt nicht so sehr genießen. Mir war das aber an meinem Anreisetag egal, und ich wollte nur auf dem schnellsten Wege auf die Insel. Aus dem Aliscafo habe ich dann wie vorher verabredet Pasquale, einen Mitarbeiter der Vulcano Consult, meiner Vermietungsgesellschaft, angerufen, der gut Englisch spricht. Er hat mich dann auch am Hafen abgeholt. Auf Lipari gibt es zwei Häfen, jeweils auf einer Seite der Stadtburg. An dem einen kommen die Aliscafi an, an dem anderen die Fähren.

Pasquale hat mich dann zu meinem Apartment gefahren. Es hat sofort alle meine Erwartungen übertroffen. Es ist direkt an der Hauptstraße Liparis gelegen, also mitten in der Stadt. So kann man sich nicht verlaufen und hat alle wichtige Dinge direkt in der Nähe. Über zwei schmale Treppen ging es durch die immer offen stehende Haustür in das Apartment. Es war nicht sonderlich groß, hat aber alles was man so braucht. Ein Doppelbett und noch ein Einzelbett. In der Mitte des Raumes ein Tisch mit Stühlen, ausreichend Kleiderschränke und eine gut sortierte Küche. Hier gibt es einen Gasherd, einen Kühlschrank mit Gefrierfach und sogar eine Waschmaschine. Mehr braucht man eigentlich nicht. Auch alle wichtigen Utensilien, von den Pfannen und Töpfen bis hin zu Geschirr und Besteck ist alles vorhanden. Das Bad ist ziemlich klein und hat die typische italienische Dusche. Einfach ein Duschkopf in der Wand und einen Abfluss im Boden. So kann man, wenn man will, sich aufs Klo setzen und duschen. Muss aber nicht sein. Und der Clou der Wohnung ist ohnehin die Dachterrasse. Hier kann man gemütlich das bunte Treiben unten auf der Hauptstraße beobachten.

Jetzt zu dieser Zeit um 19.30 am Sonntag scheint ganz Lipari auf den Beinen zu sein. Groß und klein, jung und alt flanieren über die Straßen. Das will ich jetzt auch mal machen, denn mittlerweile hängt mir der Magen bis zu den Knien. Also schließe ich mich den Italienern an und laufe gemächlich über die Straßen. Am Ende entscheiden ich mich dann für eine Mitnehmpizza, denn heute habe ich keine Lust mehr auf ein gemütliches Restaurant. Und hier bekommt man auch noch wirklich anständige italienische Pizza. Ein Wagenrad Prosciutto kostet dann auch nur 3 €. So kann man leben. Vielleicht wird aus meinem Vorhaben auch mal selber zu kochen dann doch nichts. Schaun mer mal.

Nach diesem anstrengenden Tag reicht es dann auch und nachdem ich diese Zeilen hier geschrieben habe werde ich mich gemütlich in mein Bett zurückziehen und den folgenden Tag erwarten.

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